100-Stunden-Aktion 1978

1978 fand die erste 100-Stunden-Aktion statt.

Aktionen: Stricken, Tischtennis-Spielen, Carrerabahn-fahren

Spendenzweck: Kreuzweg für unsere Kirche

Erlös: 1.060 DM

Im Guckloch (Ausgabe 5 vom Februar 1979) wurde darüber berichtet:


100 Stunden durchgehalten

Es ist geschafft!! Zwischen Weihnachten und Silvester haben 18 Jugendliche in unserem Pfarrheim 100 Stunden lang gestrickt, Tischtennis gespielt und Carrerabahn gefahren.

Das Ganze begann am 27.12.78 schon gegen 8 Uhr, um die Reste des Beatabends vom Vortag zu beseitigen und das Jugendheim für die 4 Tage wohnlich herzurichten. Man bezog die Schlafgemächer (Altenclub und Bücherei) und schlug sein Lager auf (Luftmatratze und Schlafsack).

Um 10.30 Uhr war es dann endlich soweit. Pastoralreferentin Frau Hautkappe eröffnete die 100 Stunden mit einer feierlichen Ansprache und dem Durchschneiden des Versiegelungsbandes.

  Unser Bild zeit Frau Hautkappe bei der Eröffnung und die Carrerabahnpiloten Jörg und Christian, die schon brennend auf ihre ersten Runden warten.

Kurz darauf gab Frau Hautkappe dann auch den Jugendraum frei, wo dann sofort Stricknadeln und Tischtennisschläger in Bewegung gebracht wurden.

Nachdem sich die Anfangsnervosität dann langsam gelegt hatte, kamen auch schon die ersten Besucher und gaben ihre Tipps ab (insgesamt ca. 100 Tipps). Bereits in der ersten Nacht merkte man, was man sich vorgenommen hatte. Erste leise Klagen über lahme Arme und Beine wurden laut und wäre man nicht von den Eltern, den zahllosen Besuchern und den "Betreuern" bei Laune und leiblichem Wohl gehalten worden, hätte man es sicherlich nicht bis zum Silvestertag durchgehalten. In der zweiten Nacht war dann wohl der Stimmungsnullpunkt erreicht: aber Mecki und die anderen netten Leute brachten die Aktiven dann durch ihre Aufmunterungen sicher über'n Berg.

Am Freitag Mittag erreichte man dann die 50-Stunden-Marke; von da an ging es mit der Zeit bergab, mit der Stimmung aber rapide bergauf. Aber trotz der guten Laune, die von nun an vorherrschte, konnte man die körperlichen Strapazen nicht übersehen. Bei den Strickmädchen stellten sich mehr oder weniger starke Armschmerzen ein, und so zeigten sich zwei der Carrerabahnpiloten als Retter in der Not und tauschten mit den Mädchen Geschwindigkeitsregler gegen Stricknadeln.

Als es dann Sonntag morgen wurde und die Leute nach dem Hochamt das Pfarrheim stürmten und die Aktiven noch einmal anfeuerten, merkte man, dass es fast geschafft war.

Von 13.30 bis 14.30 Uhr drehten dann noch einmal die sechs Piloten ihre Ehrenrunde auf der Rennbahn (Gesamtrundenzahl 832389), die sechs Strickmädchen nahmen noch einmal alle gemeinsam die Nadeln in die Hand (sie strickten in den 100 Stunden Schals mit einer Gesamtlänge von 21,06 m), und die sechs "Schlägerschwinger" spielten an zwei Platten ein letztes Match. (Gesamtpunktzahl der 100 Stunden: ca. 32000).

Um 14 Uhr 29 Minuten 50 Sekunden wurden dann von allen Anwesenden die letzten 10 Sekunden ausgezählt. Wie auf Kommando brach nach der letzten Sekunde ein unbeschreiblicher Jubel aus. Die Aktiven lagen sich überglücklich in den Armen. Sicherlich der schönste Augenblick der gesamten 100 Stunden!

Danach stellte man sich zum Siegerfoto. Nach einigen kurzen aber sehr herzlichen Ansprachen, in denen allen Aktiven, den Betreuern, dem Pastor und den Zuschauern gedankt wurde, dass alles gut über die Bühne gegangen war, machte man sich mehr oder weniger erschöpft auf den Heimweg - um Silvester zu feiern.

  Wie "gut" hat es da doch dein Strickmädchen! - Sie dürfen SITZEN !!

Wie man sieht fällt es einem Tischtennisspíeler doch sehr schwer sich auf den Beinen zu halten.

 

An dieser Stelle möchten sich die Aktiven, für die es ein großes Erlebnis war, 4 Tage in schweren und in schönen Stunden miteinander im Jugendheim zu verleben, recht herzlich bei all denjenigen, die für einen reibungslosen Verlauf beigetragen haben, bedanken.

Gedankt sie hier besonders unserem Pastor, der so freundlich war uns das Pfarrheim zur Verfügung zu stellen, den Eltern und denen, die uns Lebensmittel stifteten und so unserem ewigen Hunger sehr schmackhaft abhalten und besonders den vielen durften Typen, die jede Nacht für uns sorgten und so bei uns nie ein Gefühl von Resignation aufkommen ließen.

HERZLICHEN DANK

Und noch ein erfreulicher Aspekt: Bei der Tipp- und Spendenaktion kamen für einen Kreuzweg in unserer Kirche 1 0 6 0 DM zusammen. Allen Spendern ein herzliches Dankeschön

Heike, Anne, Volker


letzte Änderung: 23.12.2007 Impressum