Fockenberg, Bottroper Straße

Touren mit Pferd und Wagen

Bernhard und Heiner Fockenberg eröffneten 1926 an der Bottroper Straße zwischen Grafenwald und Holthausen zunächst eine Getreidemühle. 1968 übernahm der Sohn von Bernhard, Hans Fockenberg, den über die Jahrzehnte gewachsenen Familienbetrieb. Die Mühlsteine der ehemaligen Fockenberg'schen Mühle lagern immer noch auf dem heute über 30000 Quadratmeter großen Firmengelände.

Ende der 1920er Jahre gab es in der Getreidemühle eine technische Neuerung: Das Mahlwerk wurde nicht mehr per Windkraft, sondern von einem Dieselmotor angetrieben.

Das Angebot der jungen Firma wurde bald erweitert. Es kamen Saatgut, Futter- und Tiergeräte, Blumen und Pflanzen hinzu. Die Ware musste damals mühsam mit Pferd und Wagen in Duisburg abgeholt werden.

Der heutige Firmenchef Hans Fockenberg begleitete als Junge sehr oft seinen Vater bei den Touren durch die Bergmannskolonien zwischen Grafenwald, Eigen und Scholven. Die Fahrten, so erinnert sich der langjährige Chef, wurden an den Lohntagen unternommen. Es war jeweils der 5., 15. und 25. Tag eines jedem Monats. Da erhielten die Bergleute traditionell einst ihre Löhne. Die Firma Fockenberg brachte Futtermittel, Zucker und Weizen (zum Backen) in die Siedlungen der umliegenden Vororte.

Hans Fockenberg schwärmt heute noch von den damaligen Touren mit Pferd und Wagen. Fast alle Bergmannsfamilien hielten sich Tiere. Da gab es Schweine, Ziegen, Kaninchen und Enten. Den Brabecker Weg, so erinnert sich Fockenberg, nannten wir immer Hippenstraße, weil es dort sehr viele Ziegen, die so genannten Bergmannskühe, gab.

Die Angebotspalette der Firma hat sich seit den Gründertagen erheblich gewandelt. Früher lagen die Schwerpunkte in den Bereichen Nutztierhaltung und Nutzgärten, danach wurde alles für die Hobbytierhalter/Hobbygärtner ins Sortiment genommen. Da ist es nicht verwunderlich, dass Strandkörbe inzwischen die "Renner" sind.

Als Hans Fockenberg den Betrieb übernahm, gab es sechs Mitarbeiter. Zur Jahrtausendwende waren es bereits 46 Beschäftigte, darunter drei Azubis. Im Internet ist die ehemalige Grafenwälder Getreidemühle ebenfalls vertreten. Auch hier setzt der langjährige Firmenchef neue Akzente, wie einst 1926 seine Vorfahren, die dem Wind abschworen und auf neue Techniken setzten. 

  Mit Pferd und Wagen lieferte die Familie Fockenberg ihre Waren in die Umgebung aus. Besonders in den Kolonien und Siedlungen der umliegenden Ortsteile waren sie gerne gesehen.

Dieser Artikel wurde mit Erlaubnis des Verfassers dem Buch: "Friedhelm Wessel: Kohle, Künstler und ein wenig Königsblau - Geschichten und Anekdoten aus dem alten Bottrop, Wartberg Verlag 2007" entnommen (Seite 44 und 45). In den Buch sind weitere Artikel über Grafenwald und Kirchhellen enthalten.

Das Foto zeigt übrigens Josef Fockenberg


 
 

Dieses Bild zeigt einen Lastzug mit der Aufschrift "Heinrich Fockenberg - Getreidemühle". Es wurde vermutlich außerhalb Grafenwalds aufgenommen.

Die Bilder wurden Ralf Fockenberg und Heinrich Ladzinski zur Verfügung gestellt.


letzte Änderung: 28.11.2007 Impressum