Rektor V. aus Grafenwald schützte seinen Gemüsegarten vor Wildschäden auf
eigene Weise.
Eines Morgens inspizierte er seine "Schutzvorrichtungen". Ein Kaninchen zappelte
in der Schlinge. Schnell wollte er es aus der Schlinge nehmen, als er am nahen
Waldrand den Förster Bodemann erblickte, der ihn zu beobachten schien, und der
auch wohl seine Art, seinen Garten zu schützen, kannte.
Rektor V. befreite das Tier aus der Schlinge, gab ihm einige heftige Schläge auf
das Hinterviertel und ließ es dann laufen mit den Worten:
"dat ess minen Gaaden un nech dinen, dätt es minen Kohl un nech dinen! Lott de
blos hier nech wie seih'n!"
Als Grafenwald noch keinen eigenen Friedhof hatte, mussten die Verstorbenen in Kirchhellen beerdigt werden. Die Beerdigungszüge wurden regelmäßig von einem Manne namens Ketteler angeführt. Einmal hatte sich der Zug aus Grafenwald verspätet, der Kirchhellener Pastor war darüber ungehalten und herrschte den Mann an: "Kommen Sie das nächste Mal aber früher!" Ketteler antwortete: "Herr Pastor, met düssen komm we bestimmt nech wier!"
Für die Bischofsbesuche hielten die Kirchhellener folgende Transparente
bereit, die an die Ehrenbögen über die Straße gehängt wurde: "Hochwürden
begrüßen und falls zu Füßen, Josef Hackfurth und Schulte Wieschen"
An der Grenze nach Grafenwald: "Lieber Bischof mache Halt, jetzt bist Du in
Grafenwald"
In Kirchhellen wohnte zur Zeit auch eine jüdische Familie. Zum Bischofsbesuch
leistete diese auch ihren Beitrag. Neben den o. g. Ehrenbogen prangte ein, wenn
auch bescheidener mit der Inschrift: "Bin ich auch ein Israelit. Hab ich doch
den Bischof lieb."
Die Einführung eines neuen Pfarrers wurde immer mit großem Aufwand gefeiert.
Dagegen wurde ein neuer Kaplan "so nebenher" gesehen, wenn er zum ersten Male am
Altar stand.
Als in Kirchhellen der Kaplan Bernhard Franke (später lange Jahre Pastor in
Grafenwald) zum ersten Male in der Johanneskirche zelebrierte, stieß eine Frau
die andere an und sagte: "Et schient mä ok so'n Bernd te sien!".
Polizeimeister Eickmann stellte fest, dass ein PKW einen für Fahrzeuge gesperrten Weg fuhr. Der Fahrer stellte sich als Pastor von Sterkrade vor. Um festzustellen, dass die Angaben stimmten, fragte Eickmann: "Was sagt der Priester bei der Sündenvergebung?" Wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort: "Ego te absolvo a peccatis tuis..." Eickmann: "Dann beten Sie zur Buße drei Vaterunser für die Polizei - Sie können fahren!"
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