Karl Wessels: "Herbstlicher Wald"

Herbst im hohen Buchenhain:
Säulenschlanke Bäume
leuchten gold'nen Widerschein
farbentrunk'ner Träume.

Einmal noch die Sonne scheint
in die bunten Blätter,
dann nicht mehr. Die Wolke weint,
weint bei Wind und Wetter.

Sterbelieder schwerer Qual
geigen in den Zweigen;
Blätter tanzen ohne Wahl
ihren Totenreigen,

häufen sich zur hohen Mahd ...
ruhen still ... Und Träume
vom verlornen Goldbrokat
zittern um die Bäume.

Dieses Gedicht wurde 1932 in den Gladbecker Blättern (Seite 64) und 1991 im Heft 22 "Kirchhellener Poeten" der Schriftenreihe des Vereins- für Orts- und Heimatkunde (Seite 31) abgedruckt.

Die letzte Zeile im Heft 22 lautet "Zittern durch die Bäume". 


letzte Änderung: 19.07.2012 Impressum - Datenschutz